Kathrin Pechlof – harp
Christian Weidner – alto sax
Robert Landfermann – double bass
Das Kathrin Pechlof Trio gehört zu den außergewöhnlichsten Ensembles der europäischen Improvisationsmusik. Seit 2011 bilden die Harfenistin Kathrin Pechlof, der Altsaxophonist Christian Weidner und der Kontrabassist Robert Landfermann diese ungewöhnliche, vielbeachtete Formation – drei MusikerInnen, die über mehr als ein Jahrzehnt eine kollektive Sprache entwickelt haben, getragen von blindem Vertrauen, großer Sensibilität und tiefem musikalischen Einverständnis.
Kathrin Pechlof gilt als Pionierin einer unverwechselbaren Klangsprache auf ihrem Instrument. 2023 wurde sie mit dem renommierten SWR Jazzpreis ausgezeichnet, einer der bedeutendsten Ehrungen der deutschen Jazzszene. Christian Weidner, seit Jahrzehnten eine feste Größe des Berliner Jazz, wurde unter anderem mit dem Berliner Jazzpreis geehrt und ist auf zahlreichen preisgekrönten Produktionen zu hören. Robert Landfermann zählt zu den gefragtesten Kontrabassisten Europas; er erhielt mehrfach den Deutschen Jazzpreis sowie den WDR Jazzpreis und prägt mit seinem vielseitigen Spiel die Szene weit über Deutschland hinaus.
Was diese drei MusikerInnen verbindet, ist weit mehr als die Summe ihrer individuellen Virtuosität. Traditionelle Rollenmodelle lösen sich auf: Jeder ist zugleich Solist, Begleiter, Impulsgeber und Wegbereiter. Das Trio wird zum Metainstrument – einer atmenden, reagierenden Einheit.
Die Musik bewegt sich an der Schnittstelle von Improvisierter Musik, Contemporary Jazz und post-genre-orientierter Creative Music. Einflüsse des Impressionismus und der klassischen Moderne verbinden sich mit Verfahren freier Improvisation und kontrapunktischer Komposition. Die Grenzen zwischen Geschriebenem und Gespieltem sind bewusst durchlässig; Kompositionen dienen als Landkarten, nicht als Fahrpläne.
Ein zentrales Element ist der Raum. Klänge entstehen, hallen nach, entfalten sich und verwandeln sich im Hören. Aus dieser Offenheit heraus gewinnen selbst kleinste Gesten Gewicht – ein einzelner Ton, ein Atem, eine feine Bewegung im Klang kann weitreichende Resonanzen auslösen. In höchster Aufmerksamkeit und Vertrautheit reagieren die Musiker aufeinander; Motive, Dynamiken und Impulse setzen fortlaufende Wechselwirkungen in Gang. So entsteht ein vielschichtiger Klangraum, in dem sich Intimität und Weite, Stille und Intensität auf besondere Weise durchdringen.
